Rezension – Isaak MCD – Black

13 Sep Rezension – Isaak MCD – Black

Nach dem atemberaubenden Vater-Debüt von JANUS im vorigen Jahr folgt nun am Anfang des letztes Jahres vor der Jahrtausendwende die Auskopplung Isaak auf MCD, aber leider ohne unterstützenden Videoclip. Gerade mit diesem Medium ließe sich der schon bestehende Erfolg von JANUS noch kommerzieller ausweiten und wo doch mit VIVA2 dazu seit einiger Zeit eine ansprechende Plattform geschaffen wurde- NovaTekk aufgewacht!

Die Maxi beginnt mit folgerichtig mit dem Edit des Titeltracks, welcher halt die 6 Minuten Orginalfassung um 1.30 Minuten kürzt und vielleicht noch ein wenig schneller geworden ist. Interessanter ist da schon der folgende DAS ICH-Remix von Isaak, der behutsam einige Industrialsounds einarbeitet und stellenweise durch Klavier- bzw. Streicher ein paar Klassische Ruhepausen einlegt- trotzdem ist der Remix nicht sonderlich aufregend oder innovativ ausgefallen, wenn man von dem am Ende durch einen Filter gejagten Chorus mal absieht!

Das kurze und trippige Knochenhaus kennen wir ja auch schon als heimlichen Bonustrack vom Vater-Album und auf dieser MCD erhält es endlich seinen richtigen Platz inklusive Bookletseite. Dieser Track mit leicht exotischem Flair lässt nicht nur bei meinem Redaktionskollegen Arne Thau morbide Urlaubsträume entstehen, sondern ist auch bestens zum relaxten grooven geeignet.

Die absolute Überraschung und mein persöhnlicher Hit ist dann aber der Song Kafka, welcher gegenüber der Version von der Demo-CD völlig umarrangiert wurde und zu einem richtigen Popsong geschliffen wurde. Im Gegen-satz zu der alten, eher Score orientierten Fassung trifft man jetzt auf geniale Schlagzeugloops, spielerische Gitarre, rhythmusgebenden Bass und Congas sowie auf Extras wie Oboe und Cello- zusammen mit dem teils melancholischen, teils aggressiven Gesang von RIG formt sich aus diesen zutaten ein Hit! Selbst die dazugehörige Bookletseite strotzt nur so vor Detailverliebtheit und im übrigen ist das gesamte Artwork mit der Vater-CD abgestimmt.

Zum Schluss dieser Ausnahme-CD gibt es noch eine kleine, aber feine akustische Ballade über den verrückten Wissenschaftler Wilhelm Reich, die aus der Sicht seines Sohnes erzählt wird. Wolken über Orgonon lebt ein weiteres Mal von der ausgefeilten Lyrik und dem harmonischen Gesang des Herrn Riegert- zur Zeit in Deutschland unerreicht und wer anspruchsvolle Musik mit deutschen Texten sucht, welche Härte und auch Eingängigkeit nicht aus den Augen verliert, der liegt bei JANUS völlig richtig!

Schon bald dürften sich JANUS auch mit verändertem Konzept und neuem Opus Schlafende Hunde zurückmelden und bis dahin sollten Vater, Isaak und die geplanten Liveauftritte das Warten erträglicher machen.

P.S.: Wer jetzt noch über den Namen Wilhelm Reich grübelt, kleiner Tip von mir: Videoclip zu Kate Bushs Cloudbusting …

Marco Fiebag

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