Maschinenmusik: Korg M1

26 Mrz Maschinenmusik: Korg M1

RIG_Head

Toby: Das erste Mal vergisst man nie, heißt es. Und was soll ich sagen: es stimmt! Der Schrank unseres Musikraumes in der Schule enthielt seinerzeit ein recht merkwürdiges, elektronisches Gerät mit allerlei Knöpfen und Tasten. Es handelte sich um einen Korg MS 20. Ich habe nie einen vernünftigen Ton aus dem Teil herausgebracht. Vielleicht was es auch einfach kaputt. Es hat mich trotzdem nicht losgelassen. Ich bin immer wieder zu dem Schrank geschlichen, um das Teil knattern und pfeifen zu lassen. Und dann wollte ich selbst so ein Ding, einen Synthesizer. Allein das Wort elektrisierte mich.
Ich plünderte meine gesamten Ersparnisse und kaufte auf die Empfehlung des Musikfachgeschäftes meines Vertrauens, dass eigentlich auf Bassgitarren spezialisiert war, meinen ersten eigenen Synthesizer. Es musste ein Korg sein und sie hatten nur den Korg M1 vorrätig. Es wurde meine erste große Liebe. Die größte Faszination ging von den Sequenzer aus, den der M1 an Bord hatte. Damit konnte man Lieder mit 8 Spuren programmieren. Es gab eine riesige Soundbibliothek, einen Drumcomputer und zwei Effektgeräte. Ich hatte ab diesem Zeitpunkt kein Verlangen mehr, um zu schlafen. Und eines der Lieder, ein episches acht Minuten Stück, dessen Umfang den gesamten Speicherplatz des Sequenzers in Anspruch nahm, dürfte dann auch eng mit der Gründung von JANUS zusammenhängen, denn RIG hörte es irgendwann und schlug vor, mal was zusammen zu machen. Heute noch habe ich meinen M1 im Keller. Er liegt im Koma, seit die Batterie des Arbeitsspeichers leer war. Aber vielleicht, irgendwann, kommen wir beide wieder zusammen.

Keine Kommentare

Einen Kommentar schreiben