Rezension – Auferstehung- Metalius

13 Sep Rezension – Auferstehung- Metalius

Wahrlich keine leichte Aufgabe für mich, ein paar Worte zu einem JANUS-Werk niederzuschreiben, geschweige denn, die Ausmaße eines solchen Opus treffend zu beschreiben.

JANUS, das sind zwei Perfektionisten, die in ihrem Studio irgendwo im Keller eines Frankfurter Vorortes scheinbar bereits seit Ewigkeiten an ihrem Lebenswerk feilen. Dabei kamen bisher die Alben „Vater“ (1998) und „Schlafende Hunde“ (2000) sowie die MCD „Winterreise“ im Jahre 2002 heraus – nicht allzuviel, mag man meinen, doch steckt der Teufel bekanntlich im Detail: eine JANUS CD braucht eben ein paar Jahre, bis sie fertig ist.

Ihre Wurzeln haben sie vielleicht im Gothic, im Metal und/oder in allen anderen Stilen der Musik; das, was sie machen, ist auf jeden Fall einzigartig: harte Gitarren treffen auf harte rechnergenerierte Drums, daneben und zwischen allem hört man schier unzählige Details und Feinheiten, Gastsänger und -musiker in zahllosen Mengen, Samples und über allem der abgrundtief thronende Gesang RIGs. Selten hat man jemanden derart eindringlich singen hören – die Texte über gescheiterte Kreaturen, Hass und Angst schafft er mühelos in die Hirne des Zuhörers zu projizieren; ja, man sah bei JANUS Konzerten schon die erste Reihe geschlossen einen Schritt zurücktreten, wenn RIG seine Stimme erhob…

„Auferstehung“ ist kein Album, das man so eben mal nebenher hören kann. Die komplexe Instrumentierung zieht ebenso die Aufmerksamkeit auf sich, wie es auch der Gesang tut. Egal, ob man sich mit Kopfhörer in die Dunkelheit verkriecht, um eine Chance zu haben, das Spektrum in seiner vollen Breite in sich aufzusaugen oder ob man die heimische Musikanlage zu neuen Lautstärkerekorden zu überreden sucht – ein Weg in diesem Album vorbei gibt es nicht.

Dabei ist einer der absoluten Höhepunkte der Song „Überleben“, ein Rocker mit vertrackter Rhythmik und einem göttlichen Riff, zu dem sich in steter Steigerung ein zwingend-aufrüttelnder Refrain gesellt. Ich weiß nicht mehr, wie oft er sich mittlerweile als penetranter Ohrwurm schon in meine Gehörgänge wand.

Doch sind es bei Anderen wahrscheinlich andere Songs, die ihnen auf diesem Album am nächsten kommen, und so ist es auch bei mir die jeweilige Stimmungslage, die darüber bestimmt, ob ich den epischen Titeltrack mit seinen knapp zehn Minuten, den Bandklassiker „Paulas Spiel“, das rätselhafte „Neunundachtzig“ oder irgendein anderes der zehn Tracks bevorzuge.

Jeder, der sich in anspruchsvoller Musik heimisch fühlt, sollte bei den Janüssen zumindest einmal reinschnuppern – die Musik ist sicherlich nicht für jeden etwas, doch das wird auch nicht im Geringsten das Ziel dieser Soundtüftler sein.

Michael Freßmann für Metalius

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