Rezension – Winterreise EP – Nocturnal Hall

13 Sep Rezension – Winterreise EP – Nocturnal Hall

Nicht ganz pünktlich zur absolvierten Winterreise veröffentlichen JANUS auch die dazugehörige EP, die nun im eigenen Bandstore erworben werden kann. Enthalten sind zwei neue Stücke, zwei Coverversionen und eine neue Fassung von „Lolita“. Die Besetzung entspricht derjenigen, die auch die dazugehörige Tournee absolviert hat.

Den Anfang macht „Was uns zerbricht“, ein sehr schönes neues Stück, welches mit feinen Melodien aufwarten kann, allerdings noch nicht so umwerfend spektakulär ist.

Das ändert sich mit der umgearbeiteten Fassung von „Lolita“, die eine wahrlich beklemmende Intensität verbreitet und damit das Original, auf eine andere Art, tatsächlich noch überbietet. Dies liegt nicht nur an der gelungenen Transkription, sondern vor allem an der hervorragenden gesanglichen Darbietung, die auch noch die kleinsten Nuancen an Emotionen zu vermitteln mag.

Weiter geht es mit dem zweiten neuen Lied, „Das Gesicht“. Ein sehr ruhiges, bedächtiges Stück, das sich sehr stark auf das Wechselspiel zwischen Piano und Stimme verläßt und mit einem interessanten Text aufwarten kann. Auch hier sind einige wirklich schöne Melodien zu entdecken, und man läßt sich in Gedanken versunken ins Sofa fallen.

Dann kommen die beiden Cover-Versionen. Vor allem die erste, „Disarm“ von den SMASHING PUMPKINS (hier: „Der Mörder in mir“) klingt so, als hätte sie nur auf eine solche Umsetzung gewartet. Das Original ist schon gut, aber diese Fassung ist es ebenfalls. Leonard Cohens Halleluja klingt hingegen etwas untypisch, nutzt aber die klassische Besetzung noch einmal voll aus und setzt damit insgesamt einen facettenreichen Kontrapunkt zu den übrigen Stücken.

Die beiden Cover-Versionen sind jeweils von Sänger RIG ins Deutsche übersetzt worden, was ihm augenscheinlich sehr gut gelungen ist. Die Produktion lässt ein bisschen die Klarheit und Transparenz „normaler“ Klassikaufnahmen vermissen, aber wer das Interview gelesen hat kann sich vorstellen, unter welchen zeitlichen Rahmenbedingungen das Einspielen vermutlich stattgefunden hat. Trotzdem ist das ganze ein Vergnügen; wenn auch ein nur kurzes, denn man hätte gerne mehr davon gehört.

Psycho

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