Rezension – Auferstehung – Sonic Seducer

13 Sep Rezension – Auferstehung – Sonic Seducer

Nach vier Jahren Funkstille feiert das hessische Duo JANUS mit der aktuellen Scheibe tatsächlich eine Art Auferstehung. Während die einen sie im Laufe der Jahre wohl einfach vergaßen, schwand selbst bei den eingefleischten Fans die Hoffnung auf ein neues Album. Eine Schande, wenn man sich an das grandiose Konzeptalbum Schlafende Hunde erinnert. Doch das Hoffen hat sich gelohnt, Auferstehung ist ein mehr als würdiger Nachfolger.

Musikalisch sitzen JANUS nach wie vor zwischen sämtlichen Stühlen, elektronisch ist ihre Musik, nur im nächsten Moment ein halbes Orchester einzusetzen. Hart ist ihre Musik, nur um im nächsten Moment romantisch verspielt daher zu kommen (wobei man das von ihren Texten zu keiner Zeit sagen kann). Neue Deutsche Härte, Electro und Wave, von allem ein bisschen, doch nichts davon so richtig. Halt wieder typisch JANUS, einmal mehr überragt von RIGs grandios eindrucksvoller Stimme.

Ein Manko gibt es dann doch, nach gerade mal neun Songs (inklusive Intro) ist alles vorbei, der JANUS-Kosmos spuckt einen gnadenlos zurück in die Realität. Doch wer schnell genug ist, kann vielleicht die limitierte Version ergattern und wird mit einer Bonus-CD und sieben weiteren Songs belohnt.

Eine Bonus-CD die nicht, wie so oft, mit überflüssigem Müll oder irgendwelchen obskuren Remixen gefüllt ist. Nein, vielmehr handelt es sich hier um ein eigenes kleines Konzept-Album, basierend auf einer Geschichte aus dem Verlag Feder & Schwert, in der Rollenspielszene bekannt durch verschiedenste Publikationen.

Und auch in optischer Hinsicht haben JANUS wieder einiges zu bieten, wo bei anderen Veröffentlichungen mit lieblosen vierseitigen Booklets gekleckert wird, gibt es hier für jede CD gleich 28 Seiten und machen Auferstehung somit nicht nur zu einem Erlebnis für die Ohren.

Auch wenn diese Rezension nun mehr nach einem Werbetext, denn nach einer Kritik klingt, dieses Album hat es tatsächlich verdient. Eigenständig und über jeden Zweifel erhaben wohl definitiv eines der Highlights des Jahres 2004.

Thorsten Köbler

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