Live Review – Spandau 2002 – Winterreise

13 Sep Live Review – Spandau 2002 – Winterreise

Als ich gelesen habe, dass JANUS und PERSEPHONE auf ihrer „Winterreise“ auch in der Spandauer Zitadelle Station machen würden, war ich nicht nur begeistert weil ich JANUS sehr schätze, sondern auch, weil ich kurz vorher in der Zitadelle zu einem Ritteressen war und die Räumlichkeiten für ein solches Konzert perfekt erschienen.

Leider war der Konzertsaal dann aber nicht so schön „mittelalterlich“ wie das Restaurant, sondern versprühte hell erleuchtet irgendwie doch eher die Atmosphäre einer evangelischen Kirche oder einer Aula (dadurch verstärkt, dass keine Getränke ausgeschenkt wurden). Durch dimmen des Lichtes und mehrere Kerzenständer gelang es aber, die Atmosphäre zu verändern.

Beide Bands kamen fast komplett ohne Strom aus, nur an den Notenständern der Musiker waren kleine Lämpchen angebracht. Es gab also weder Boxen, noch ein Mikro! Den Anfang machte Sonja Kraushofer, die, unterstützt von Klavier und Cello ca. 40 Minuten Stücke aus Ihrem PERSEPHONE-Debüt „Home“ darbot. Der Höhepunkt des schönen Auftritts war meiner Ansicht nach „The Man Who Swallowed My Soul“.

Es folgte eine (wirklich) kurze Umbauphase bevor JANUS mit ihrem Auftritt begonnen. Sänger RIG wurde von einer sechsköpfigen Band begleitet, zu den Jungs am Klavier (Toby) und am Cello (der Kerl kam völlig ohne Noten aus!), die auch PERSEPHONE begleiteten, kamen noch ein Bass, Violine, Geige und Perkussion.

Die Songs waren bis auf wenige Momente ruhig und nur zur Hälfte von den beiden Alben. Die andere Hälfte machten Songs von der ISAAK EP, der (leider noch nicht aus dem portugiesischen Presswerk gekommen) „Winterreise“ EP und Coverversionen aus, von denen einzig „Seemann“ von RAMMSTEIN sofort zu erkennen war.

Als letzten Song spielten JANUS eine – Achtung Mörderscherz COVENANT Coverversion, nämlich „Leiermann“ (natürlich von Schubert, war aber sehr schwer). Ich war sehr angetan, hätte mir aber gewünscht, dass RIG seine Stimme öfter mal „erhoben“ hätte und war auch etwas traurig, da ich insgeheim doch auf „Schwarzer Witwer“ spekuliert hatte.

Es war aber ein sehr schöner Abend, da mal etwas ganz anderes und ich kann nur hoffen, dass der ein oder andere von Euch noch die Möglichkeit hat, die „Winterreise“ zu besuchen.

MINNE

Tags:
Keine Kommentare

Einen Kommentar schreiben